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Zahnfleischbluten, Entzündung oder schon Parodontitis?

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Zahnfleischbluten zeigt meist eine Zahnfleischentzündung an, ausgelöst durch Zahnbelag. Ob schon eine Parodontitis dahintersteckt, können Sie selbst nicht erkennen. Das klärt ein kurzer Test in der Zahnarztpraxis, den die Kasse alle 2 Jahre zahlt. Dabei misst die Praxis, wie tief die Spalten zwischen Zahn und Zahnfleisch sind. Putzen Sie bis dahin weiter gründlich.

Zahnfleisch-Test auf Kassenkosten
alle 2 Jahre
G-BA, Regeln zur zahnärztlichen Behandlung, Früherkennungstest auf Parodontitis, Stand 9. März 2022
Zahnstein entfernen auf Kassenkosten
1-mal im Jahr
IQWiG, gesundheitsinformation.de, Zahnfleischentzündung und Parodontitis, Stand 23. August 2023
Zahnfleischtasche, ab der die Kasse behandelt
4 Millimeter tief
G-BA, Regeln zur Parodontitis-Behandlung, Fassung vom 19. Dezember 2024, Stand 1. Juli 2025
Eine Zahnbürste steht in einem Glas auf einem weißen Waschbecken, daneben liegt ein Handtuch.
Blutet das Zahnfleisch beim Putzen, ist das ein Grund für einen Termin in der Praxis. Bild: KI generiert.

Warum Zahnfleisch beim Putzen blutet

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Blutet es beim Putzen oder beim Essen, ist das ein Warnzeichen, und meist steckt eine Entzündung dahinter.

Die häufigste Ursache ist Zahnbelag. Das ist ein dünner Film, der zum großen Teil aus Bakterien besteht. Er sitzt vor allem am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch und fühlt sich mit der Zunge pelzig an. Die Bakterien geben Stoffe ab, die das Zahnfleisch entzünden. Es schwillt an, rötet sich und blutet schon bei leichter Berührung.

Bleibt der Belag liegen, kann sich das Zahnfleisch schon innerhalb weniger Tage entzünden. Mit der Zeit härtet der Belag zu Zahnstein aus, und den kann nur die Praxis entfernen. Auch überstehende Ränder von Füllungen und Kronen machen das Reinigen schwerer, weil sich dahinter Belag hält.

Zahnfleischentzündung und Parodontitis sehen anfangs gleich aus

Eine Zahnfleischentzündung betrifft nur das Zahnfleisch. Knochen und Haltefasern des Zahns bleiben heil. Entfernen Sie den Belag gründlich, kann die Entzündung ohne bleibende Schäden ausheilen.

Hält die Entzündung an, kann sie auf den ganzen Zahnhalteapparat übergreifen. Dazu gehören das Zahnfleisch, der Kieferknochen und feine Fasern, die den Zahn im Knochen halten. Dann spricht man von Parodontitis. Das Zahnfleisch löst sich vom Zahn, und es entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien sammeln. Mit der Zeit baut der Körper Knochen ab, und Zähne können locker werden. Eine Parodontitis heilt nicht von allein aus.

Für Sie selbst sehen beide Erkrankungen am Anfang gleich aus. Zahnfleischbluten kann ein erstes Zeichen einer Parodontitis sein. Es kann aber auch erst spät oder gar nicht auftreten, und Schmerzen macht eine Parodontitis selten. Sicherheit bringt deshalb nur die Untersuchung in der Zahnarztpraxis.

Zahnfleischentzündung und Parodontitis im Vergleich
FrageZahnfleischentzündungParodontitis
Was ist entzündet?Nur das ZahnfleischZahnfleisch, Haltefasern und Kieferknochen
Blutet das Zahnfleisch?Ja, beim Putzen oder EssenHäufig, aber nicht immer
Gibt es tiefe Zahnfleischtaschen?NeinJa, die Taschen werden tiefer
Heilt es aus?Ja, wenn der Belag regelmäßig verschwindetNicht von allein, eine Behandlung soll sie aufhalten
Was zahlt die Kasse?Zahnstein entfernen einmal im JahrDie Behandlung ab 4 Millimeter tiefen Taschen

Was Zahnfleischbluten wahrscheinlicher macht

Zahnfleischentzündungen und Parodontitis kommen bei manchen Menschen häufiger vor. Das betrifft Raucherinnen und Raucher, Menschen mit Diabetes und Schwangere. In der Schwangerschaft können die Hormone den Zahnbelag verändern und bestehende Entzündungen verstärken.

Manche Medikamente lassen das Zahnfleisch übermäßig wachsen. Das gilt etwa für Mittel, die das Immunsystem unterdrücken, und für manche Mittel gegen Herz- und Gefäßkrankheiten. Das Zahnfleisch ist dann schwerer zu reinigen und entzündet sich leichter. Sagen Sie Ihrer Praxis deshalb, welche Medikamente Sie nehmen.

Rauchen schadet dem Zahnfleisch besonders. Wer raucht, erkrankt deutlich häufiger an Parodontitis, der Verlauf ist schwerer, und die Behandlung schlägt schlechter an.

Blutungen können auch ein Zeichen anderer Erkrankungen sein. Blutet Ihr Zahnfleisch ohne erkennbaren Grund, lassen Sie es deshalb untersuchen.

Welcher Test zeigt, ob Sie Parodontitis haben?

Alle 2 Jahre zahlt die Kasse einen Zahnfleisch-Test auf Parodontitis, in der Praxis heißt er PSI. Die Praxis führt dafür eine stumpfe Sonde zwischen Zahn und Zahnfleisch. Zahn für Zahn tastet sie, wie tief der Spalt ist und ob es blutet. Bei Erwachsenen misst sie an allen Zähnen außer den Weisheitszähnen. Der Test dauert nur wenige Minuten, und Sie spüren ihn kaum.

Die Praxis teilt das Gebiss für den Test in sechs Abschnitte. Für jeden Abschnitt notiert sie den höchsten Wert als Code von 0 bis 4, und das Ergebnis bekommen Sie als Ausdruck. Bei Code 0 bis 2 ist der Spalt flacher als 3,5 Millimeter. Code 3 steht für Taschen von 3,5 bis 5,5 Millimetern, Code 4 für Taschen tiefer als 5,5 Millimeter.

Die fünf Codes des Zahnfleisch-Tests und was sie bedeuten
CodeWas die Praxis findetWas es bedeutet
0Keine Blutung, kein Zahnstein, Spalt flacher als 3,5 MillimeterDas Zahnfleisch ist gesund
1Blutung bei der Messung, Spalt flacher als 3,5 MillimeterHinweis auf eine Zahnfleischentzündung
2Zahnstein oder raue Ränder an Füllungen, Spalt flacher als 3,5 MillimeterHinweis auf eine Zahnfleischentzündung
3Tasche 3,5 bis 5,5 Millimeter tiefHinweis auf eine mäßig schwere Erkrankung des Zahnhalteapparats
4Tasche tiefer als 5,5 MillimeterHinweis auf eine schwere Erkrankung, meist eine Parodontitis

Zeigt der Test eine Zahnfleischentzündung, reichen meist einfache Maßnahmen, damit sie ausheilt. Die Praxis entfernt dann Zahnstein, glättet bei Bedarf überstehende Ränder von Füllungen und zeigt Ihnen, wie Sie besser putzen.

Bei Code 3 oder 4 untersucht die Praxis genauer. Sie misst die Taschen an jedem Zahn und macht Röntgenbilder, um den Knochen zu sehen. Ist dann eine Tasche 4 Millimeter tief oder tiefer und stellt die Praxis eine Parodontitis fest, zahlt die Kasse die Parodontitis-Behandlung.

Was Sie bei Zahnfleischbluten selbst tun können

Putzen Sie weiter, auch wenn es blutet. Die Entzündung kommt vom Belag, und erst wenn der Belag regelmäßig verschwindet, kann das Zahnfleisch ausheilen. Schrubben Sie aber nicht mit viel Druck, denn das kann Zahn und Zahnfleisch schädigen.

Putzen Sie zweimal am Tag, morgens und vor dem Schlafengehen. Bei gesundem Zahnfleisch reichen jeweils zwei Minuten. Ist das Zahnfleisch schon entzündet, dauert gründliches Putzen deutlich länger. Ob Sie eine Hand- oder eine elektrische Zahnbürste nehmen, ist gleich, beide sind wirksam.

Reinigen Sie auch die Zwischenräume, denn eine Parodontitis beginnt meist zwischen den Zähnen. Ob Zahnseide oder Zwischenraumbürste besser zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie weit Ihre Zwischenräume offen sind.

Zahnstein entfernt die Praxis einmal im Jahr auf Kassenkosten, meist bei der Kontrolle. Zur Kontrolle können Sie zweimal im Jahr kommen, auch das zahlt die Kasse. Eine professionelle Zahnreinigung schlagen viele Praxen zusätzlich vor, sie zahlen Sie aber in der Regel selbst.

Wann Sie mit Zahnfleischbluten zur Praxis gehen

Lassen Sie Ihr Zahnfleisch untersuchen, sobald Sie eine Veränderung bemerken. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie nennt diese Warnzeichen.

  • Ihr Zahnfleisch blutet häufig, beim Putzen oder auch von selbst, etwa beim Kauen.
  • Das Zahnfleisch ist gerötet oder geschwollen.
  • Sie haben dauerhaft Mundgeruch oder einen schlechten Geschmack im Mund.
  • Das Zahnfleisch zieht sich zurück, und die Zähne wirken länger.
  • Die Zahnhälse sind empfindlich.
  • Aus den Zahnfleischtaschen kommt Eiter.
  • Zähne werden locker oder verschieben sich.
Wie schnell sollten Sie mit Zahnfleischbluten zur Praxis?

Kommt Eiter aus dem Zahnfleisch, oder wackelt ein Zahn?

Ja

Vereinbaren Sie bald einen Termin. Das können Zeichen einer Parodontitis sein.

Nein

Blutet Ihr Zahnfleisch häufig oder von selbst?

Ja

Vereinbaren Sie einen Termin und bitten Sie um den Zahnfleisch-Test.

Nein

Hatten Sie in den letzten 2 Jahren den Zahnfleisch-Test?

Ja

Putzen Sie weiter gründlich und gehen Sie zur nächsten Kontrolle.

Nein

Fragen Sie bei der nächsten Kontrolle nach dem Test. Die Kasse zahlt ihn alle 2 Jahre.

Häufige Fragen

Ist Zahnfleischbluten beim Zähneputzen normal?

Nein, gesundes Zahnfleisch blutet beim Zähneputzen nicht. Zahnfleischbluten ist ein Warnzeichen, meist für eine Entzündung durch Zahnbelag, manchmal für den Beginn einer Parodontitis oder eine andere Erkrankung. Lassen Sie häufiges Bluten in der Zahnarztpraxis untersuchen.

Soll ich bei Zahnfleischbluten weiter Zähne putzen?

Ja, bei Zahnfleischbluten sollten Sie weiter gründlich putzen, aber ohne zu schrubben. Die Entzündung kommt vom Zahnbelag, und erst wenn der Belag regelmäßig verschwindet, kann das Zahnfleisch ausheilen. Reinigen Sie auch die Zwischenräume.

Geht eine Zahnfleischentzündung mit Bluten von allein wieder weg?

Eine Zahnfleischentzündung kann von selbst zurückgehen. Wird der Belag regelmäßig entfernt, kann sie ohne bleibende Schäden ausheilen. Sie kann aber auch andauern und zu einer Parodontitis werden, und eine Parodontitis heilt nicht von allein aus.

Was bedeutet Code 1 beim Zahnfleisch-Test PSI?

Code 1 beim Zahnfleisch-Test PSI bedeutet, dass das Zahnfleisch bei der Messung blutet. Der Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch ist dabei flacher als 3,5 Millimeter. Das deutet auf eine Zahnfleischentzündung hin, noch nicht auf tiefe Zahnfleischtaschen.

Blutet das Zahnfleisch in der Schwangerschaft öfter?

Ja, in der Schwangerschaft entzündet sich das Zahnfleisch häufiger und blutet dann leichter. Der höhere Hormonspiegel kann den Zahnbelag verändern und bestehende Entzündungen verstärken. Gehen Sie zur Kontrolle und sagen Sie der Praxis, dass Sie schwanger sind.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Zahnfleischentzündung und Parodontitis, aktualisiert am 23. August 2023, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de,
  2. Parodontitis, Patienteninformation mit Warnsignalen und Hinweisen zur Mundhygiene, Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO),
  3. Ratgeber 5, Parodontaler Screening Index (PSI), Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO),
  4. PAROplus 1/2022, Das Wartezimmermagazin, darin: Woran erkenne ich eine Parodontitis? und Mythen rund um den Mund, Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO),
  5. Schwangerschaft und Zahnfleisch, Patienteninformation, Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO),
  6. Behandlungsrichtlinie, Abschnitt B I, Parodontaler Screening-Index, Gemeinsamer Bundesausschuss,
  7. PAR-Richtlinie, Fassung vom 19. Dezember 2024, in Kraft seit 1. Juli 2025, Gemeinsamer Bundesausschuss,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Praxen stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 2. Oktober 2026.