Wie viel Zahnpasta Ihr Kind in welchem Alter braucht
Sobald der erste Milchzahn da ist, putzen Sie ihn zweimal am Tag mit einer Kinderzahnpasta mit Fluorid. Fluorid ist ein Mineral, das den Zahnschmelz härter macht. Wie viel Fluorid in einer Zahnpasta steckt, steht auf der Tube als ppm-Zahl. 1.000 ppm bedeuten 0,10 Prozent Fluorid.
Die Menge wächst mit dem Alter Ihres Kindes. Bis zum 2. Geburtstag nehmen Sie so viel Kinderzahnpasta wie ein Reiskorn, danach so viel wie eine Erbse, beide mit 1.000 ppm, also 0,10 Prozent Fluorid. Ab etwa 6 Jahren, wenn die ersten bleibenden Zähne kommen, putzt Ihr Kind mit Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit 1.450 ppm, also 0,15 Prozent. So empfehlen es die Bundeszahnärztekammer und die Fachgesellschaften für Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde seit Juni 2024.
| Alter | Menge | Fluorid in der Zahnpasta | Wie oft |
|---|---|---|---|
| bis zum 2. Geburtstag | so groß wie ein Reiskorn | 0,10 Prozent (1.000 ppm) | zweimal am Tag |
| 2 bis etwa 6 Jahre | so groß wie eine Erbse | 0,10 Prozent (1.000 ppm) | zweimal am Tag |
| ab etwa 6 Jahren | Junior- oder Erwachsenenzahnpasta | 0,15 Prozent (1.450 ppm) | zweimal am Tag |
Warum Fluorid die Zähne Ihres Kindes vor Karies schützt
Fluorid lagert sich in die oberste Schicht des Zahnschmelzes ein. Der Schmelz hält dann besser gegen die Säure, die Bakterien aus Zuckerresten bilden. Fluorid wirkt vor allem direkt an der Zahnoberfläche.
Nach dem Essen löst die Säure etwas Mineral aus dem Zahnschmelz. Danach lagert der Speichel zusammen mit Fluorid neues Mineral ein. Regelmäßiges Fluorid hilft dem Zahn bei diesem Wiederaufbau. Deshalb kommt es darauf an, dass die Zähne zweimal am Tag Fluorid bekommen, und weniger auf eine große Menge.
Fluoridiertes Salz ja, Fluoridtabletten nur in Ausnahmen
Neben der Zahnpasta empfehlen die Fachleute, im Haushalt Speisesalz mit Fluorid zu verwenden. Fluoridtabletten sind dagegen kein Standard mehr. Früher bekamen viele Babys Tabletten mit Fluorid und Vitamin D. Heute gilt die Zahnpasta als wichtigster Schutz, Vitamin D gibt es bei Bedarf weiter.
Wichtig ist eine Regel: Fluoridtabletten und Salz mit Fluorid dürfen nicht gleichzeitig zum Einsatz kommen, weil sich die Mengen sonst addieren. Tabletten kommen in Frage, wenn Ihr Kind noch nicht mit Fluorid-Zahnpasta putzt und Ihre Kinderärztin sie verschreibt. Dann verwenden Sie kein Salz mit Fluorid.
Putzt Ihr Kind zweimal am Tag mit Fluorid-Zahnpasta in der richtigen Menge?
Dann braucht Ihr Kind in der Regel keine Tabletten. Salz mit Fluorid im Haushalt ist zusätzlich in Ordnung.
Verwenden Sie im Haushalt Salz mit Fluorid?
Geben Sie keine Tabletten dazu. Fragen Sie die Kinderärztin oder die Zahnarztpraxis, wie Ihr Kind sein Fluorid bekommt.
Fragen Sie die Kinderärztin, ob Fluoridtabletten für die Übergangszeit sinnvoll sind.
So vermeiden Sie zu viel Fluorid bei Kindern
Schluckt ein kleines Kind über Jahre deutlich zu viel Fluorid, können auf den bleibenden Zähnen weiße oder bräunliche Flecken entstehen. Das sieht man, schwächt den Zahn aber nicht. Mit der richtigen Menge lässt sich das fast immer vermeiden.
- Nehmen Sie eine Zahnpasta, die zum Alter Ihres Kindes passt, und nicht einfach die der Erwachsenen.
- Geben Sie die Zahnpasta selbst auf die Bürste, solange Ihr Kind die Menge nicht einschätzen kann.
- Bewahren Sie Zahnpasta und Fluoridtabletten außer Reichweite kleiner Kinder auf.
- Sprechen Sie mit der Kinderärztin, bevor Sie Fluoridtabletten geben.
- Lassen Sie die Zähne bei den Kontrollen in der Praxis ansehen.
Bis zum Schulalter putzen Eltern nach
Kleine Kinder können ihre Zähne noch nicht gründlich putzen. Deshalb putzen Sie bis ins Grundschulalter nach, am besten abends. Nachts fließt weniger Speichel, der die Zähne schützt.
Eine feste Reihenfolge hilft, keine Stelle zu vergessen: erst die Kauflächen, dann die Außenseiten, dann die Innenseiten. Ein fester Ablauf zur gleichen Zeit am gleichen Ort macht das Putzen für Ihr Kind vorhersehbar. Ein eigener Becher, eine kleine Bürste und ein kurzes Lied helfen vielen Familien.
Eine milde Kinderzahnpasta mag Ihr Kind meist lieber. Achten Sie trotzdem auf die ppm-Zahl auf der Tube.
Fluoridlack in der Praxis ergänzt die Zahnpasta
Zu Hause schützt die Zahnpasta jeden Tag. In der Praxis kommt ein Lack mit viel Fluorid dazu, den die Zahnärztin auf die Zähne streicht. Bis zum 6. Geburtstag zahlt die Kasse den Lack zweimal im Halbjahr, für jedes Kind und ohne Zuzahlung. Danach gehört er bis zum 18. Geburtstag zur Vorsorge.
Welche Kontrollen Ihr Kind wann bekommt, steht im Ratgeber zum ersten Zahnarztbesuch mit dem Kind.
Häufige Fragen
Wie viel Zahnpasta braucht ein Kind unter zwei Jahren?
Ein Kind unter zwei Jahren braucht zweimal am Tag so viel Kinderzahnpasta wie ein Reiskorn, mit 1.000 ppm Fluorid. Mehr Zahnpasta schützt nicht besser, Ihr Kind schluckt dann nur mehr davon.
Ab wann darf ein Kind Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid nehmen?
Ab etwa 6 Jahren darf ein Kind Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid nehmen. Das ist die Zeit, in der die ersten bleibenden Zähne kommen. Geputzt wird weiter zweimal am Tag.
Braucht mein Kind neben der Zahnpasta Fluoridtabletten?
Nein, wenn Ihr Kind zweimal am Tag mit Fluorid-Zahnpasta putzt, braucht es meist keine Fluoridtabletten. Tabletten verschreibt die Kinderärztin nur in Ausnahmen. Dann darf im Haushalt kein Salz mit Fluorid verwendet werden.
Darf ich Salz mit Fluorid verwenden, wenn mein Kind Fluorid-Zahnpasta nimmt?
Ja, Salz mit Fluorid empfehlen die Fachleute ausdrücklich zusätzlich zur Zahnpasta. Nur Fluoridtabletten dürfen nicht gleichzeitig mit Salz mit Fluorid zum Einsatz kommen.
Was passiert, wenn ein Kind zu viel Fluorid bekommt?
Bekommt ein Kind über Jahre zu viel Fluorid, können weiße oder bräunliche Flecken im Zahnschmelz entstehen. Sie schwächen den Zahn nicht. Mit der richtigen Menge Zahnpasta lassen sie sich fast immer vermeiden.
Ist es schlimm, wenn ein Kind beim Putzen etwas Zahnpasta schluckt?
Nein, eine kleine, zum Alter passende Menge Zahnpasta zu schlucken ist unbedenklich. Gerade deshalb kommt es bei kleinen Kindern auf die richtige Menge an und nicht darauf, auf Fluorid zu verzichten.
