Wie unterscheiden sich Implantat und Brücke beim Eingriff?
Eine Brücke überspannt die Lücke. Dafür beschleift die Praxis die beiden Nachbarzähne und setzt Kronen darauf. Zwischen diesen Kronen hängt der Ersatzzahn. Eine Operation ist nicht nötig, eine örtliche Betäubung reicht, und die Brücke sitzt nach wenigen Terminen fest.
Ein Implantat ersetzt dagegen die Zahnwurzel. Die Praxis setzt eine künstliche Wurzel aus Titan oder Keramik in den Kieferknochen. Dort muss sie einheilen, bevor die Krone daraufkommt. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Implantologie dauert das meist 8 bis 12 Wochen. In dieser Zeit schließt ein etwas niedrigerer Ersatzzahn die Lücke, ohne das Implantat zu belasten.
Bei beiden Lösungen zahlt die Kasse 552,96 bis 691,20 Euro Festzuschuss, und beide halten ähnlich lange. Nach 10 Jahren waren in Studien 89,2 Prozent der Brücken und 89,4 Prozent der Einzelkronen auf Implantaten noch in Gebrauch.
| Frage | Brücke | Implantat |
|---|---|---|
| Eingriff | Zwei Nachbarzähne werden beschliffen, keine Operation | Operation im Kieferknochen, die Nachbarzähne bleiben unberührt |
| Bis zum festen Zahn | Wenige Termine | Meist 8 bis 12 Wochen Einheilzeit |
| Festzuschuss 2026 | 552,96 bis 691,20 Euro | 552,96 bis 691,20 Euro |
| Was Sie selbst zahlen | Den Rest der Brücke über dem Zuschuss | Das Implantat ganz, dazu den Rest für die Krone |
| Noch in Gebrauch nach 10 Jahren | 89,2 Prozent | 89,4 Prozent bei Einzelkronen |
| Häufigste Probleme | Karies und abgestorbener Nerv an den beschliffenen Zähnen | Technische Probleme wie lockere Schrauben oder abgeplatzte Verblendung |
Gleicher Festzuschuss für Implantat und Brücke
Fehlt ein einzelner Zahn zwischen zwei eigenen Zähnen, zahlt Ihre Kasse einen festen Zuschuss für diese Lücke. Er hängt nicht davon ab, ob Sie Brücke oder Implantat wählen. Entscheidend ist allein Ihr Befund vor der Behandlung.
Für Ihren Eigenanteil macht die Wahl trotzdem einen Unterschied. Die Brücke ist bei einem fehlenden Zahn die Regelversorgung, also die Standardlösung der Kasse. Sind beide Nachbarzähne gesund, zählt auch die Krone auf einem Implantat zur Regelversorgung. Gesund heißt hier, dass sie keine Karies haben, keine Krone tragen und keine brauchen und dass Ihr Zahnfleisch keine Behandlung braucht. Das Implantat selbst zahlen Sie aber immer allein.
Beim Implantat zahlen Sie deshalb meist mehr selbst, obwohl der Zuschuss gleich bleibt. Wie sich Ihr Eigenanteil bei gleichartigem und andersartigem Zahnersatz zusammensetzt, steht in Ihrem Heil- und Kostenplan.
Im Jahr 2026 zahlt die Kasse für die Lücke ohne Bonusheft 552,96 Euro und mit 10 Jahren Bonusheft 691,20 Euro. Im Härtefall, also bei geringem Einkommen, sind es 921,60 Euro.
| Ihr Bonusheft | Festzuschuss |
|---|---|
| Ohne Bonusheft | 552,96 Euro |
| 5 Jahre lückenlos geführt | 645,12 Euro |
| 10 Jahre lückenlos geführt | 691,20 Euro |
| Härtefall | 921,60 Euro |
Diese Beträge gelten 2026. Genehmigt Ihre Kasse den Heil- und Kostenplan erst ab dem 1. Januar 2027, sinkt der Zuschuss. Er beträgt dann 50, 60 oder 65 Prozent der Kosten der Regelversorgung statt bisher 60, 70 oder 75 Prozent. Für Pläne, die Ihre Kasse vorher genehmigt, gilt noch die alte Höhe. Im Härtefall zahlt die Kasse auch dann die ganze Regelversorgung.
Wie lange halten Implantat und Brücke?
Implantat und Brücke halten im Schnitt etwa gleich lange. Das zeigt eine Auswertung vieler Langzeitstudien von Pjetursson und Kollegen aus dem Jahr 2007. Nach 10 Jahren waren 89,4 Prozent der Einzelkronen auf Implantaten noch in Gebrauch, bei den herkömmlichen Brücken waren es 89,2 Prozent. Ausgewertet wurden Studien, die im Schnitt mindestens 5 Jahre liefen.
Unterschiedlich sind vor allem die Probleme. Bei Brücken waren Karies und ein abgestorbener Nerv an den beschliffenen Zähnen am häufigsten. Bei Zahnersatz auf Implantaten kamen technische Probleme deutlich häufiger vor. Dazu gehören abgeplatzte Verblendungen, lockere Schrauben oder eine Krone, die sich löst.
Für Sie hat das praktische Folgen. Eine lockere Schraube oder eine abgeplatzte Verblendung am Implantat lässt sich meist reparieren. Bekommt dagegen ein Zahn unter der Brücke Karies, muss die Praxis oft die ganze Brücke abnehmen, um ihn zu behandeln.
Für eine Brücke werden zwei Nachbarzähne beschliffen
Für die Brücke schleift die Praxis die beiden Nachbarzähne ab, damit die Kronen darauf halten. Was abgeschliffen ist, wächst nicht nach. Außerdem steigt das Risiko, dass der Nerv in diesen Zähnen später abstirbt. Dann wird eine Wurzelbehandlung nötig.
Ein Implantat lässt die Nachbarzähne in Ruhe. Es braucht dafür genug Kieferknochen an der Stelle der Lücke. Fehlt der Zahn schon lange, ist dort oft Knochen verloren gegangen. Dann ist vorher ein Knochenaufbau nötig, und der verlängert die Behandlung und erhöht die Kosten für das Zahnimplantat.
Ein Problem am Implantat betrifft außerdem nur das Implantat. Bei der Brücke tragen beide Nachbarzähne dauerhaft mit. Hat einer von ihnen einen Schaden, betrifft das immer die ganze Brücke.
Was kosten Implantat und Brücke beim Zahnarzt?
Das Honorar der Praxis steht in der Gebührenordnung für Zahnärzte. Jede Leistung hat dort eine Punktzahl, die die Praxis mit einem Faktor zwischen 1,0 und 3,5 in Euro umrechnet. Üblich ist der Faktor 2,3.
Beim Faktor 2,3 kostet das Honorar für eine Brücke mit zwei Kronen und einem Ersatzzahn 435,42 Euro. Für das Setzen eines Implantats und die Krone darauf sind es 370,87 Euro. Je nach Faktor liegt das Honorar zwischen 161,25 Euro und 662,59 Euro. Material und Labor sind darin nicht enthalten, und gerade dort gehen die Angebote am weitesten auseinander.
| Lösung | Nummern im Kostenplan | Faktor 1,0 | Faktor 2,3 | Faktor 3,5 |
|---|---|---|---|---|
| Brücke mit 2 Kronen und 1 Ersatzzahn | 5010, 5010, 5070 | 189,31 | 435,42 | 662,59 |
| Implantat setzen und Krone darauf | 9010, 2200 | 161,25 | 370,87 | 564,36 |
Diese Fragen klären Sie vor der Entscheidung
Ob Implantat oder Brücke für Sie infrage kommt, hängt vor allem von Ihren Nachbarzähnen und vom Kieferknochen an der Lücke ab. Eine Lösung, die für alle passt, gibt es nicht.
Sind beide Nachbarzähne gesund?
Ist an der Lücke genug Kieferknochen?
Beides ist möglich. Fragen Sie, was Sie jede Lösung nach Abzug des Festzuschusses kostet.
Fragen Sie, ob ein Knochenaufbau nötig ist, was er kostet und wie lange er die Behandlung verlängert.
Haben die Nachbarzähne eine Krone oder brauchen sie eine?
Fragen Sie, ob eine Brücke diese Kronen gleich mit ersetzen kann und was Sie dann selbst zahlen.
Fragen Sie, welche Behandlung die Nachbarzähne zuerst brauchen. Erst danach lässt sich die Lücke planen.
- Lassen Sie sich für beide Lösungen einen Heil- und Kostenplan geben. Für den Zahnersatz ist er kostenlos.
- Fragen Sie, ob Ihre Nachbarzähne als gesund gelten. Davon hängt ab, ob die Krone auf dem Implantat zur Regelversorgung zählt.
- Vergleichen Sie die Materialkosten für Implantat, Aufbau und Krone getrennt vom Honorar.
- Fragen Sie nach der Nachsorge, bei der Brücke nach der Reinigung unter dem Ersatzzahn, beim Implantat nach den Kontrollterminen.
- Klären Sie vor der Unterschrift, ob eine Zahnzusatzversicherung einen Teil Ihres Eigenanteils übernimmt.
Häufige Fragen
Ist eine Brücke günstiger als ein Implantat?
Ja, eine Brücke kostet Kassenpatienten meist weniger als ein Implantat. Der Festzuschuss ist bei beiden gleich hoch, aber die Brücke ist die Standardlösung der Kasse für einen fehlenden Zahn. Beim Implantat zahlen Sie das Implantat selbst zusätzlich zur Krone.
Hält ein Implantat länger als eine Brücke?
Nein, ein Implantat hält nach den Studien im Schnitt etwa so lange wie eine Brücke. Eine Auswertung vieler Langzeitstudien aus dem Jahr 2007 fand nach 10 Jahren 89,4 Prozent der Implantatkronen und 89,2 Prozent der Brücken noch in Gebrauch. Unterschiedlich sind vor allem die Probleme, die auftreten können.
Muss man für eine Brücke gesunde Zähne abschleifen?
Ja, für eine Brücke beschleift die Praxis beide Nachbarzähne, auch wenn sie gesund sind. Was abgeschliffen ist, wächst nicht nach. Der Nerv dieser Zähne kann später absterben, dann folgt eine Wurzelbehandlung.
Gibt es für ein Implantat weniger Festzuschuss als für eine Brücke?
Nein, der Festzuschuss für einen fehlenden Zahn ist bei Implantat und Brücke gleich hoch. Er richtet sich nach der Lücke, nicht nach der gewählten Lösung. Im Jahr 2026 sind das 552,96 Euro ohne Bonusheft und bis zu 691,20 Euro mit Bonusheft.
Kann man nach einer Brücke später noch ein Implantat bekommen?
Ja, ein Wechsel von der Brücke zum Implantat ist möglich, aber die Nachbarzähne bleiben beschliffen. Das lässt sich nicht rückgängig machen. Klären Sie deshalb vor der ersten Behandlung, welche Lösung für Sie infrage kommt.
