Was ist nach der Implantation normal?
Nach dem Setzen eines Implantats sind eine Schwellung und leichte Schmerzen normal. Beides ist die übliche Reaktion des Körpers auf den Eingriff und kein Zeichen, dass etwas schiefgelaufen ist. Die meisten Patienten sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Implantologie am nächsten Tag wieder einsatzfähig.
Wie stark die Schwellung wird, hängt vor allem vom Umfang des Eingriffs ab. Nach einem Knochenaufbau oder wenn mehrere Implantate gesetzt wurden, schwillt die Wange meist stärker an als nach einem einzelnen Implantat.
- Eine Schwellung an der Wange kann in den ersten Tagen noch zunehmen und geht dann langsam zurück.
- Leichte Schmerzen sind in den ersten Tagen normal und lassen sich meist mit einfachen Schmerzmitteln lindern.
- Bei größeren Eingriffen oder wenn Sie leicht blaue Flecken bekommen, kann ein Bluterguss im Gesicht entstehen. Er verfärbt sich in den Tagen danach von blau über grün nach gelb.
Richtig kühlen nach der Implantation
Kühlen bremst die Schwellung, vor allem direkt nach dem Eingriff. Die Kälte verengt die Blutgefäße, und so fließt weniger Blut ins Gewebe. Später hilft Kühlen kaum noch, weil die Schwellung dann von selbst zurückgeht.
- Legen Sie ein Kühlkissen oder einen Kühlakku von außen auf die Wange über der Wunde.
- Wickeln Sie ihn immer in ein Tuch, damit die Haut keinen Kälteschaden bekommt.
- Kühlen Sie immer wieder einige Minuten lang und machen Sie dazwischen Pausen.
- Legen Sie sich am Tag des Eingriffs nicht flach hin, sondern halten Sie den Oberkörper eher aufrecht.
Verzichten Sie in den ersten Tagen auf Sport, schweres Heben und starkes Bücken. Dabei steigt der Druck im Kopf, und die frische Wunde kann wieder bluten.
Was dürfen Sie nach der Implantation essen?
Essen Sie erst wieder, wenn die örtliche Betäubung ganz nachgelassen hat. Sonst beißen Sie sich leicht auf Wange oder Zunge. In den ersten Tagen eignet sich weiche, lauwarme Kost am besten. Heiße Speisen und Getränke regen die Durchblutung an und können die Schwellung verstärken.
Trinken Sie genug, aber in den ersten Tagen keine Getränke mit Kohlensäure und nichts durch einen Strohhalm. Der Sog beim Ansaugen kann die Wundheilung stören. Suppen, Brei, weiches Gemüse und Milchprodukte liefern genug Nährstoffe, ohne die Wunde zu belasten.
Kauen Sie möglichst auf der anderen Seite. Harte, krümelige oder klebrige Speisen wie Nüsse, Chips oder zähes Fleisch heben Sie sich für die Zeit nach dem Einheilen auf, denn Krümel können sich in der Wunde festsetzen.
Schmerzmittel nur nach Absprache mit der Praxis
Gegen die Beschwerden nach dem Eingriff reichen in der Regel einfache Schmerzmittel. Welches Mittel Sie nehmen und wie viel, legt Ihre Praxis mit Ihnen fest. Sie achtet dabei auf die Medikamente, die Sie sonst noch nehmen.
Acetylsalicylsäure, kurz ASS, hemmt die Blutgerinnung. An der frischen Wunde steigt damit das Risiko einer Nachblutung, deshalb raten Praxen in dieser Zeit meist zu anderen Mitteln. Nehmen Sie dauerhaft Blutverdünner, sprechen Sie das schon vor dem Eingriff an und nicht erst danach.
| Hilft | Besser lassen |
|---|---|
| Kühlen von außen, mit Pausen | Wärme, Sauna oder heiße Bäder in den ersten Tagen |
| Weiche, lauwarme Kost | Sehr heiße Getränke und scharfes Essen |
| Einfache Schmerzmittel nach Absprache mit der Praxis | ASS, weil es die Blutgerinnung hemmt |
| Normales Zähneputzen abseits der Wunde | Rauchen und Alkohol |
Nehmen Sie Schmerzmittel so, wie die Praxis es Ihnen aufgeschrieben hat.
Bei diesen Warnzeichen rufen Sie die Praxis an
Normalerweise lassen Schmerzen und Schwellung nach den ersten Tagen nach. Werden sie stattdessen wieder stärker, sollte die Praxis das noch am selben Tag erfahren.
Bekommen Sie schlecht Luft oder können Sie kaum schlucken?
Rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
Haben Sie Fieber, blutet es stark nach oder bleibt ein Taubheitsgefühl?
Rufen Sie noch heute die Praxis an. Ist sie geschlossen, wenden Sie sich an den zahnärztlichen Notdienst.
Werden Schmerzen oder Schwellung nach einigen Tagen wieder stärker?
Melden Sie sich noch am selben Tag in der Praxis.
Ihr Verlauf entspricht der üblichen Heilung. Gehen Sie zu Ihrem nächsten Kontrolltermin.
Außerhalb der Sprechzeiten hilft der zahnärztliche Notdienst. Den Plan mit Adressen und Telefonnummern veröffentlicht die Kassenzahnärztliche Vereinigung Ihres Bundeslandes. Eine bundesweit einheitliche Nummer für den zahnärztlichen Notdienst gibt es nicht. Ist die Wange dick und haben Sie Fieber, warten Sie nicht bis zum nächsten Werktag.
Wie lange heilt ein Implantat ein?
Bis die endgültige Krone kommt, muss das Implantat fest mit dem Kieferknochen verwachsen. Das dauert nach Angaben der Fachgesellschaft meist 8 bis 12 Wochen. In dieser Zeit schließt ein Provisorium die Lücke, ohne das Implantat zu belasten. Das Einheilen ist ein fester Schritt im Ablauf einer Zahnimplantation, bevor die Praxis die Krone einsetzt.
Wie lange es bei Ihnen dauert, hängt vom Knochen ab und davon, ob ein Knochenaufbau nötig war. Bei festem Knochen ohne Aufbau liegt die Einheilzeit eher am unteren Ende. Bei weicherem Knochen oder nach einem Aufbau dauert es eher länger.
Nach dem Eingriff kommen Sie mehrmals zur Kontrolle, damit die Praxis das Einheilen überwacht. Beim ersten Termin sieht sie nach der Wunde und zieht, wenn nötig, die Fäden. Bis zur endgültigen Krone folgen weitere Termine in größeren Abständen.
Putzen Sie Ihre übrigen Zähne wie gewohnt weiter und an der Wunde so, wie die Praxis es Ihnen zeigt. In einem Versuch entzündete sich das Zahnfleisch an Implantaten ohne Reinigung schon nach 3 Wochen. Daraus kann später eine Periimplantitis werden, die den Knochen angreift.
Ihre Praxis muss Ihnen zu Beginn der Behandlung verständlich erklären, was Sie nach dem Eingriff beachten sollen. Fragen Sie nach, was in Ihrem Fall gilt, denn jeder Eingriff ist anders.
Häufige Fragen
Wie viel Schwellung ist nach einer Implantation normal?
Eine Schwellung an der Wange ist nach einer Implantation normal, vor allem nach einem Knochenaufbau oder mehreren Implantaten. Sie sollte nach den ersten Tagen langsam zurückgehen. Wird sie stattdessen wieder dicker oder kommt Fieber dazu, rufen Sie die Praxis an.
Wann darf man nach einer Implantation wieder essen?
Nach einer Implantation essen Sie erst, wenn die Betäubung ganz nachgelassen hat. Sonst beißen Sie sich leicht auf Wange oder Zunge. In den ersten Tagen eignet sich weiche, lauwarme Kost am besten.
Welche Schmerzmittel helfen nach einer Implantation?
Nach einer Implantation reichen meist einfache Schmerzmittel. Welches Mittel Sie nehmen, klären Sie mit der Praxis. Acetylsalicylsäure, kurz ASS, meiden Praxen in dieser Zeit meist, weil sie die Blutgerinnung hemmt.
Bei welchen Anzeichen nach einer Implantation muss man sofort zum Zahnarzt?
Nach einer Implantation rufen Sie noch am selben Tag die Praxis an, wenn Sie Fieber haben, es stark nachblutet oder ein Taubheitsgefühl nicht weggeht. Dasselbe gilt, wenn Schmerzen oder Schwellung nach einigen Tagen wieder zunehmen. Ist die Praxis geschlossen, hilft der zahnärztliche Notdienst.
Wie lange sollte man nach einer Implantation nicht rauchen?
Nach einer Implantation verzichten Sie am besten während der ganzen Einheilzeit auf Zigaretten, nicht nur in den ersten Tagen. Rauchen gehört zu den wichtigsten Risiken, die den Erfolg eines Implantats gefährden können. Die Einheilzeit dauert meist 8 bis 12 Wochen.
