Wie rechnet eine Zahnzusatzversicherung mit dem Festzuschuss?
Beim Zahnersatz zahlt die Kasse zuerst ihren Festzuschuss. Er deckt einen festen Anteil der Kosten einer Standardlösung, der Regelversorgung, und steigt mit einem lückenlos geführten Bonusheft. Was danach übrig bleibt, ist Ihr Eigenanteil. Eine Zahnzusatzversicherung ist ein privater Vertrag, der einen Teil davon übernimmt.
Wie viel die Versicherung übernimmt, hängt davon ab, worauf sich der Prozentsatz Ihres Tarifs bezieht. Dafür gibt es drei Grundmodelle.
- Der Tarif nennt einen Anteil der ganzen Rechnung und rechnet die Leistung der Kasse mit ein. Bei 80 Prozent zahlen Kasse und Versicherung zusammen 80 Prozent der Rechnung, und 20 Prozent bleiben bei Ihnen. Nach der Verbraucherzentrale ist das bei gängigen Tarifen sehr häufig.
- Der Tarif zahlt seinen Anteil zusätzlich zur Kasse. Dann gilt eine Obergrenze für beide zusammen, zum Beispiel 100, 90 oder 80 Prozent der Rechnung.
- Der Tarif bezieht sich nur auf den Teil, den auch die Kasse bezuschusst, also auf die Regelversorgung. Den Aufpreis für eine aufwendigere Lösung tragen Sie dann selbst.
Rechnet ein Tarif die Kassenleistung an, zählt auch, welche er abzieht. Manche Versicherer ziehen den Festzuschuss ab, den Sie tatsächlich bekommen. Andere ziehen den Festzuschuss ohne Bonus oder den mit dem höchsten Bonus ab. Im letzten Fall fehlt Ihnen Geld, wenn Ihr Bonusheft Lücken hat.
Wie sich der Eigenanteil bei Krone, Brücke, Prothese und Implantat zusammensetzt, zeigt der Überblick über Zahnersatz und seine Kosten.
So viel bleibt bei einer verblendeten Krone
Die Stiftung Warentest rechnet mit einer Krone, die rundum zahnfarben verblendet ist. Die Rechnung beträgt 796,78 Euro, und die Kasse zahlt mit dem höchsten Bonus 298,79 Euro. Ohne Zusatzversicherung bleiben 497,99 Euro bei Ihnen. Die Regelversorgung, also eine Metallkrone als Standardlösung, hätte 398,39 Euro gekostet.
Je nach Tarifmodell liegt Ihr Eigenanteil zwischen 0,00 Euro und 497,99 Euro. Ein Tarif mit 80 Prozent, der die Kassenleistung anrechnet, zahlt 338,63 Euro, und 159,36 Euro bleiben bei Ihnen. Ein Tarif, der nur den Rest der Regelversorgung übernimmt, zahlt 99,60 Euro.
| Tarifmodell | Versicherung zahlt | Ihr Eigenanteil |
|---|---|---|
| Ohne Zusatzversicherung | 0,00 Euro | 497,99 Euro |
| 80 Prozent der Rechnung, Kasse wird angerechnet | 338,63 Euro | 159,36 Euro |
| 80 Prozent zusätzlich zur Kasse, Obergrenze 100 Prozent | 497,99 Euro | 0,00 Euro |
| Nur der Rest der Regelversorgung wird erstattet | 99,60 Euro | 398,39 Euro |
Ein Prozentsatz allein sagt deshalb wenig. Entscheidend ist, worauf er sich bezieht.
Warum eine angeratene Behandlung nicht versichert ist
Eine Zahnzusatzversicherung zahlt nur für Behandlungen, deren Notwendigkeit beim Abschluss noch nicht feststand. Hat Ihre Praxis schon festgestellt, dass ein Zahn behandelt werden muss, ist dieser Zahn in der Regel nicht versichert. Das gilt auch für laufende Behandlungen und für Tarife ohne Wartezeit.
Dahinter steht eine Grundregel. Nach den Musterbedingungen des Verbands der Privaten Krankenversicherung zahlt der Versicherer nicht für Versicherungsfälle, die vor Beginn des Schutzes eingetreten sind. Ihre eigenen Tarifbedingungen können das genauer regeln. Ohne diese Regel könnte jeder erst dann abschließen, wenn der Kostenplan schon auf dem Tisch liegt.
Im Antrag fragt der Versicherer nach Ihren Zähnen. Alle Fragen, die er Ihnen schriftlich stellt, müssen Sie ehrlich und vollständig beantworten. Verschweigen Sie eine angeratene Behandlung, kann er je nach Verschulden vom Vertrag zurücktreten oder ihn kündigen.
Dieses Recht hat der Versicherer in der Krankenversicherung bis zu drei Jahre nach dem Abschluss, bei Vorsatz oder Täuschung bis zu zehn Jahre. Im schlimmsten Fall haben Sie Beiträge gezahlt, und die Versicherung zahlt für die Behandlung trotzdem nicht.
Wie lange die Wartezeit für Zahnersatz dauert
Die Wartezeit ist die Zeit nach Vertragsbeginn, in der der Tarif noch nicht zahlt. Für Zahnersatz darf sie höchstens acht Monate dauern, so legt es das Versicherungsvertragsgesetz fest. Bei zahlreichen Verträgen sind es genau diese acht Monate.
Viele Versicherer verzichten inzwischen auf die Wartezeit oder verkürzen sie, zum Beispiel auf drei Monate. Auch ohne Wartezeit sind nur Befunde versichert, die erst nach dem Abschluss festgestellt werden.
Antrag stellen
Sie beantworten die Gesundheitsfragen vollständig. Schon angeratene Behandlungen bleiben ausgeschlossen.
Wartezeit abwarten
Sieht der Tarif eine Wartezeit vor, zahlt er bis zu acht Monate lang nichts für Zahnersatz.
Zahnstaffel beachten
In den ersten drei bis fünf Jahren gelten oft Höchstbeträge, zum Beispiel 500 Euro im ersten Jahr.
Volle Leistung erhalten
Danach erstattet der Tarif nach seinem Prozentsatz und nur noch innerhalb seiner übrigen Grenzen.
So begrenzt die Zahnstaffel die ersten Jahre
Eine Zahnstaffel legt fest, wie viel der Tarif in den ersten Jahren höchstens zahlt. Anders als die Wartezeit sperrt sie die Leistung nicht, sie deckelt sie. Häufig gilt sie drei bis fünf Jahre, zum Beispiel mit 500 Euro im ersten Jahr und 1.000 Euro in den ersten zwei Jahren zusammen.
Wie stark das wirkt, zeigt ein teurer Fall. Ein Implantat mit Knochenaufbau und Krone kostet im Beispiel der Warentester 5.057 Euro, und nach dem Festzuschuss bleiben 4.366 Euro. Gilt im ersten Jahr eine Grenze von 500 Euro, tragen Sie in diesem Jahr mindestens 3.866 Euro selbst.
Bei manchen Tarifen entfällt die Zahnstaffel, wenn der Zahnersatz nach einem Unfall nötig wird. Auch danach können Grenzen bleiben. Manche Tarife deckeln die Erstattung dauerhaft, etwa auf 10.000 oder 15.000 Euro im Jahr, oder begrenzen die Zahl der Implantate, zum Beispiel auf 8.
Was die Senkung 2027 für Ihre Zahnzusatzversicherung bedeutet
Für Festzuschüsse, die ab dem 1. Januar 2027 genehmigt werden, zahlt die Kasse 10 Prozentpunkte weniger. Ohne Bonusheft sind es dann 50 statt 60 Prozent, mit zehn Jahren Bonusheft 65 statt 75 Prozent. Hat Ihre Kasse den Plan noch 2026 genehmigt, gilt die alte Staffel.
Rechnet Ihr Tarif die Kassenleistung an, die Sie tatsächlich bekommen, gleicht er einen kleineren Festzuschuss bis zu seinem Prozentsatz aus. Bezieht er sich dagegen auf den Festzuschuss oder nur auf die Regelversorgung, kann Ihr Eigenanteil steigen. Fragen Sie Ihren Versicherer schriftlich, wie Ihr Tarif ab 2027 rechnet.
Mit geringem Einkommen zahlt die Kasse als Härtefall die Regelversorgung auch ab 2027 ganz. 2026 liegt die Grenze für Alleinstehende bei 1.582 Euro brutto im Monat, für drei Personen bei 2.570,75 Euro. Wie der Härtefall funktioniert, steht im Ratgeber zu Festzuschuss, Bonusheft und Härtefall.
Diese Punkte prüfen Sie vor Abschluss und Behandlung
Vergleichen Sie Tarife anhand ihrer Bedingungen, nicht anhand des Prozentsatzes in der Werbung. Die Beiträge steigen außerdem, wenn die Ausgaben des Versicherers wachsen, bei vielen Tarifen auch mit Ihrem Alter.
- Lassen Sie sich vor dem Abschluss die vollständigen Versicherungs- und Tarifbedingungen schicken.
- Prüfen Sie, ob sich der Prozentsatz auf die ganze Rechnung bezieht oder nur auf die Regelversorgung.
- Prüfen Sie, ob der Tarif das Honorar bis zum 3,5fachen Satz der Gebührenordnung für Zahnärzte erstattet.
- Achten Sie auf Grenzen bei Material und Labor, zum Beispiel ein eigenes Preisverzeichnis des Versicherers.
- Fragen Sie, ob der Versicherer in den ersten drei Jahren auf sein Recht zur ordentlichen Kündigung verzichtet.
- Schicken Sie vor der Behandlung den Heil- und Kostenplan, also den Kostenplan der Praxis, an Ihren Versicherer und warten Sie seine Antwort ab.
Häufige Fragen
Zahlt eine Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz, den die Zahnärztin schon angeraten hat?
Nein, eine Zahnzusatzversicherung zahlt für schon angeratenen Zahnersatz in der Regel nicht. Versichert sind nur Behandlungen, deren Notwendigkeit beim Abschluss noch nicht feststand. Das gilt auch bei Tarifen ohne Wartezeit.
Wie lange dauert die Wartezeit einer Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz?
Die Wartezeit für Zahnersatz dauert höchstens acht Monate, so begrenzt es das Versicherungsvertragsgesetz. Viele Versicherer verzichten darauf oder verkürzen sie, zum Beispiel auf drei Monate. Befunde, die schon vor dem Abschluss feststanden, bleiben trotzdem ausgeschlossen.
Was bedeutet Zahnstaffel bei einer Zahnzusatzversicherung?
Eine Zahnstaffel begrenzt die Erstattung in den ersten Versicherungsjahren auf Höchstbeträge. Häufig gilt sie drei bis fünf Jahre, zum Beispiel mit 500 Euro im ersten Jahr und 1.000 Euro in den ersten zwei Jahren. Danach gelten nur noch die übrigen Grenzen des Tarifs.
Zieht die Zahnzusatzversicherung den Festzuschuss der Krankenkasse von ihrer Leistung ab?
Bei vielen Tarifen ja, die Zahnzusatzversicherung rechnet den Festzuschuss an. Verspricht ein solcher Tarif 80 Prozent, zahlen Kasse und Versicherung zusammen 80 Prozent der Rechnung, und 20 Prozent bleiben bei Ihnen. Andere Tarife zahlen ihren Anteil zusätzlich zur Kasse, bis zu einer Obergrenze.
Was passiert, wenn ich die Gesundheitsfragen der Zahnzusatzversicherung falsch beantworte?
Der Versicherer kann dann je nach Verschulden vom Vertrag zurücktreten oder ihn kündigen. In der Krankenversicherung hat er dafür bis zu drei Jahre nach dem Abschluss Zeit, bei Vorsatz oder Täuschung bis zu zehn Jahre. Im schlimmsten Fall zahlt er für eine Behandlung nicht, obwohl Sie Beiträge gezahlt haben.
